Das kalte Herz

von Wilhelm Hauff

Der Kohlenbrenner Peter Munk will mehr vom Leben, als mit Holzkohle mehr schlecht als recht seinen Lebensunterhalt zu bestreiten. Er will von der Kohle weg ans große Geld kommen. Glas möchte er machen und deswegen angesehen sein oder noch besser: drei Wünsche vom Glasmännlein erfüllt bekommen. Weil er ein Sonntagskind ist und das Beschwörungs-Sprüchlein kennt, werden sie ihm gewährt. Doch er wünscht nicht klug und haushaltet schlecht mit dem Gewünschten. So verliert er durch Unbedacht und Glücksspiel schnell wieder, was er sich vom Glasmännlein erbeten hat. Beim Holländer-Michel bekommt Peter zwar eine zweite Chance, aber nichts geschenkt: Für Reichtum und Ansehen muss er sein Herz eintauschen. Vermögen und Prestige stellen sich umgehend ein, nur ohne ein lebendiges Herz kann Peter es nicht genießen. War sein lebendiges Herz doch ein zu hoher Preis für die Erfolgsoptimierung? Hauffs Märchen erzählt von dem zutiefst nachvollziehbaren menschlichen Wunsch nach materieller Sicherheit und Anerkennung. Beides kann leicht korrumpierbar machen, Anfang des 19. wie auch noch zu Beginn des 21. Jahrhunderts.

Wilhelm Hauff
Nur 24 Jahre alt ist Wilhelm Hauff geworden als er am 18. November 1827 an Typhus starb. Der studierte Theologe und Philosoph hat in dieser kurzen Lebenszeit allerdings eine große Zahl an Liedern, Erzählungen und Märchen geschrieben, die sowohl Ideen der Spätromantik als auch zeit- und gesellschaftskritische Gedanken der vorrevolutionären Zeit aufgreifen.

REGIE

Daniel Foerster

AUSSTATTUNG

Mariam Haas

DRAMATURGIE

Sara Örtel

MIT

Gabriel von Berlepsch

Angelika Fornell

Florian Donath

Marie Seiser

Gerd Zinck

Pressestimmen


»Im Zentrum der Inszenierung von Daniel Foerster stand die schmerzhafte Reise des Kohlenbrenners Peter Munk zu sich selbst … Seine Inszenierung besticht durch ihren Mut, Freiräume zu nutzen und in der Wahl und Zusammenstellung der künstlerischen Mittel. Energiegeladene, aberwitzige Tanzchoreografien, posenhaftes ›Chillen‹ in coolen Looks, Zapfen abwerfende wandelnde Schwarzwaldtannen und die ganz leise Melodie des Herzens durch die Minispieluhr, die motivhaft immer wieder ertönt. Dieses Kaleidoskop der Ausdrucksmöglichkeiten balanciert zuweilen hart an der Grenze zum Chaotischen, wird aber durch ein glänzend miteinander spielendes Schauspielensemble aufgefangen. Gelungen umgesetzt sind zudem die Reminiszenzen der Schwarzwaldtracht in den aufwendigen Kostümen (Mariam Haas).« Marie Varela, Göttinger Tageblatt 28.5.2018


»Hier stimmt einfach alles. Florian Donath nimmt man sie beide ab: den verträumten, liebevollen Peter im Trainingsanzug als auch den ›kaltherzigen‹, anteilslosen Peter. Ihm in nichts nachstehend überzeugen Peters Mutter (Angelika Fornell), das gute Glasmännlein (Gerd Zinck) und die, gleichsam das schlagende Herz symbolisierende, Lisbeth (Marie Seiser). Daneben muss man auch die Wahl zu den jungen Statisten loben, die das Stück in vielerlei Hinsicht bereichern. So etwa schon zu Beginn durch die am Mikrophon kreierte Geräuschkulisse des Schwarzwaldes mit Wassergeplätscher und Vogelgezwitscher, insbesondere aber für deren verdammt coolen Auftritte etwa in der Disco oder im Wirtshaus. Eine ganz besondere Freude ist es schließlich, die Auftritte des Holländer-Michel (Gabriel von Berlepsch) zu betrachten, wenn dieser diabolisch mit seinem Paillettenprachtanzug von ganz viel Glitzer umgeben im Nebel auftaucht … Regisseur Daniel Foerster und sein Team haben mit ›Das kalte Herz‹ wahrlich ein Gesamtkunstwerk geschaffen, das man einfach gesehen haben muss! Und zwar definitiv nicht nur als Kind …« Maren Wöbbeking, Scharfer Blick/Kritikerclub 26.5.2018


»Die Inszenierung der Erzählung ›Das kalte Herz‹ im DT – 2 ist bunt, schillernd und wechselhaft, trotz der kleinen Bühne und deren eingeschränkter Möglichkeiten. Mariam Haas (Bühne und Kostüme) führt uns zusammen mit Daniel Foerster (Regie) durch phantasie- und humorvolle Bilder … Sämtliche Protagonisten, von den Hauptdarstellern bis zu den wie Orgelpfeifen abgestimmten Waldgeistern, unterstützen im gleichen Maße die Aufführung, während sie immerwährend auch im Hintergrund agieren, um das Stück mit den vielen Elementen unserer Wahrnehmung, wie Geräuschkulissen, Lichteffekte und dem sich durch Drehungen verändernden Bühnenhaus, noch mehr Raum und Dimensionalität gewinnen zu lassen.
Florian Donath als Kohlenbrenner Munk verdient eine Hervorhebung als herausragende Figur. Er trägt mit viel Herz uns Zuschauer durch einen tempo- und erlebnisreichen Abend, und regt uns nicht zuletzt dazu an nochmals über unsere Wünsche gut nachzudenken.« Ingrid Rosine Floerke, Scharfer Blick/Kritikerclub 28.5.2018

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